Albanien

Gute 10 Tage Albanien liegen hinter uns und es war eine abwechslungsreiche, zum Teil sehr anstrengende und auch interessante Zeit. Albanien war das erste Land, das wir noch von keiner vorigen Reise kannten, und so waren wir besonders gespannt, was uns erwarten würde. Es gab scheußliche Bettenburgen an der Küste im nördlichen Teil des Landes, schöne Nationalparks mit hohen Pässen und kaum befahrene, herrliche Serpentinenstraßen an der Südküste mit den bisher extremsten Anstiegen auf unserer Tour. Das Straßenschild "10% Steigung" ist immer nur eine Mindestangabe, wie wir täglich aufs Neue feststellen konnten. So mancher Kroate hatte uns vorher vor den Straßen und dem albanischen Fahrstil gewarnt. Die Straßen waren zum größten Teil sehr viel besser als erwartet, auch abseits der Hauptverkehrsrouten. Es gab aber auch die berüchtigten Schlagloch-Buckelpisten, was besonders nach starken Regenfällen, wenn vor lauter Schlamm die Räder blockierten, ein Riesenspaß war.. Auch die albanischen Autofahrer überholten viel rücksichtsvoller als zuvor in Kroatien oder Montenegro, allerdings sind viele Albaner selbst auf zwei (meist ziemlich klapprigen) Rädern unterwegs. Auch Eselskarren sieht man noch gelegentlich, einen haben wir sogar auf der albanischen "Autobahn" - die offen ist für Verkehrsmittel jeder Art und Geschwindigkeit - überholt.

Während der Fahrt wird man oft von allen Seiten gegrüßt oder einem wird ein freundliches "Hello how are you?" oder "Albania good?" zugerufen. Hinter einer Kurve tauchten öfter plötzlich ein paar Kühe, Ziegen oder Esel auf der Straße auf, oder auch mal ein großes Schwein. Nach einer unsanften Begegnung mit zwei uns attackierenden Hütehunden, die statt unserer Beine zum Glück nur unsere Fahrradtaschen erwischten, machten wir fortan einen großen Bogen um Schafs- oder Ziegenherden und schleppten immer einen Stock und ein paar Steine mit uns herum, um uns zur Not verteidigen zu können.

Allerdings hatten wir nach 10 Tagen Albanien auch genug von dem vielen Müll, der überall am Straßenrand liegt, und zwar wirklich überall. Ganze Dörfer scheinen ihren kompletten Hausmüll in der Landschaft zu entsorgen. Auch der beißende Geruch von verbrennendem Müll, der einem ständig in der Nase schwebt, war sehr unangenehm. Absolutes Kontrastprogramm zum beschaulichen Freiburg.

In Butrint haben wir uns römische Ausgrabungsstätten angeguckt und fast eine junge Straßenhündin adoptiert, die uns 1 1/2 Stunden nicht von der Seite wich, bis sie irgendwann erschöpft unter einem Baum einschlief.

Albanien unterschied sich bisher am deutlichsten von allen anderen Ländern, die wir in den letzten  Monaten durchquert haben, was sicherlich auch mit der gerade in ländlichen Regionen noch weit verbreiteten Armut und dem bis auf wenige Zentren eher gering ausgeprägten Tourismus zu tun hat. Die Herzlichkeit und offene Art vieler Menschen, denen wir in Albanien begegnet sind, hat uns umso mehr begeistert und lässt uns gerne an die letzten 10 Tage zurückdenken.

Seit ein paar Tagen sind wir nun in Griechenland und haben in einer schönen Bucht nochmal zwei Pausentage eingelegt, um die letzten Etappen zu planen. Weit ist es nicht mehr nach Athen!

Write a comment

Comments: 0