Entspannte Tage in Griechenland

Hinter uns liegen erholsame 2 Wochen in Griechenland mit bestem Sonnenwetter. Zumindest bis auf die 2 Tage zwischendurch, in denen wir jeweils einen Strandtag eingeplant hatten, da hat es einmal bis nachmittags geregnet, das andere Mal wehte ein zu starker Wind, um an Strand auch nur zu denken. Entgegen unserer Pläne zu Beginn der Reise waren wir tatsächlich nur zwei- oder dreimal mittags in der Pause im Meer, meistens war man entweder zu spät dran oder es lagen circa 200 Höhenmeter zwischen der Straße und dem Meer, die einen davon abhielten "kurz" ins Meer zu springen.

Nach der Grenze ging es erstmal ein ganzes Stück weiter entlang der Küste Richtung Süden. Es gab schöne Bergstrecken und die Landschaft um uns herum wurde wieder grüner. Kiometerlang fuhr man an menschenleeren Sandstränden vorbei, die Bürgersteige waren überall bereits hochgeklappt. Südlich von Preveza, das am äußeren Zipfel einer Halbinsel liegt, findet sich eine Meerenge. Hier führt seit einigen Jahren ein Tunnel 2 km unter dem Meer hindurch, der Fährverkehr wurde seitdem eingestellt. Nur leider ist dieser Tunnel komplett für Fahrradfahrer gesperrt, die Alternative sind 130 km Umweg durch die Berge. Eine kurze Internetrecherche ergab, dass es auch andere schon geschafft hatten, auch wenn auf offiziellen Seiten nichts zu finden ist. Der Plan sah also so aus: Alle Verbotsschilder ignorieren und mit den Fahrrädern Richtung Tunneleinfahrt fahren, dann käme (dank Videoüberwachung) kurz vor der Tunneleinfahrt eine Lautsprecherdurchsage, die einem sagt man müsse umkehren. Und kurz danach käme dann ein gelber Pick-Up, der die Räder auflädt und einen die 2 km durch den Tunnel fährt. Auf die Lautsprecherdurchsage haben wir zwar vergeblich gewartet, aber tatsächlich, wir waren kurz vor der Tunneleinfahrt als der gelbe Pick-Up auftauchte und uns fast von den Rädern hupte. Die  Fahrräder samt Gepäck passten gerade so auf den Anhänger. Keine 10 Minuten später waren wir durch den Tunnel durch und heilfroh, dass uns die 130 km Umweg erspart blieben.

Da wir gut in der Zeit lagen und noch ein paar Tage Reserve hatten, beschlossen wir, einen Umweg über die Ionischen Inseln zu nehmen. Also bogen wir südlich des Tunnels in Richtung Lefkada ab, um dann mit der Fähre weiter nach Kefalonia zu reisen. Eine tolle Insel mit fantastischen Panoramastraßen, für Auto- und Fahrradfahrer gleichermaßen perfekt und Heimat der riesigen, unechten Karettschildkröte. Am letzten Morgen sollte um 7.45 Uhr die Fähre nach Zykanthos fahren. Da wir auch noch zum Fähranleger mussten, sind wir also früh los, mittlerweile ist es auch hier morgens noch recht kühl. Weil jedoch Unwetter angekündigt waren, fuhr die Fähre nicht. Für die Autofahrer kein Problem, für uns hieß es die 200 Höhenmeter, die wir gerade heruntergekommen waren, komplett wieder hochstrampeln und die 30 km in den nächsten Hafen fahren, von wo aus eine Fähre zum Festland übersetzte. Und das am besten noch vor dem angekündigten Unwetter. Mit den ersten Regentropfen fuhren wir tatsächlich am Hafen von Poros ein und setzten noch am selben Tag auf den Peloponnes über, die Insel Zykanthos muss bis zur nächsten Reise warten.

Keine 5 km hinter dem Fährhafen saß plötzlich ein kleiner Welpe am Straßenrand mitten im Nichts, zwei Stunden lang haben wir alle umliegenden Grundstücke abgeklappert, aber der Hund war nirgendwo entlaufen, wahrscheinlich wurde er einfach am Straßenrand ausgesetzt. Also haben wir ihn kurzerhand mitgenommen und sind mit einer Geschwindigkeit von 1 km/h zu dritt weiter zum nächsten Campingplatz. Die nächsten Tage haben wir versucht, den Hund irgendwo unterzubringen, aber das ist gar nicht so einfach hier. Wir waren schon kurz davor, einen Anhänger zu kaufen und ihn selbst mitzunehmen, zumal der Hund uns auch nicht mehr aus den Augen gelassen hat, als wir doch noch eine Tierärztin ein paar Orte weiter ausfindig machen konnten, die ihn aufgenommen und neue Besitzer gesucht hat. Wäre auch ziemlich stressig geworden mit einem Welpen in Asien...

Die letzten Radeltage vor Athen waren dann nochmal sehr schön und entspannt, es ging stundenlang direkt am Wasser entlang des Golfs von Korinth. Wir haben viele nette Griechen und andere Radreisende getroffen, die teilweise ähnliche Strecken wir wir geplant hatten, vielleicht sieht man den ein oder anderen ja nochmal in Asien. Die letzten Kilometer ging es dann über eine stark befahrene, sechsspurige Straße und wir haben zum ersten Mal auf der Reise tatsächlich die Warnwesten hinten als Fähnchen ans Rad geklemmt. Es war auch - wie wir im Nachhinein erfuhren - eine Autobahn und nicht die erwartete Schnellstraße, da hatten wir wohl nicht die neueste Karte zur Hand. Und irgendwann war man einfach da. Kein Schild, das den Beginn der Stadt ankündigte, kein Hinweis oder ähnliches, aber am 17. Oktober gegen 17 Uhr waren wir nach 2 1/2 Monaten, 3.440 Kilometern auf dem Fahrrad und 32.800 Höhenmetern endlich in Athen. Wir können es immer noch nicht so ganz glauben, schließlich sind wir ja einfach nur jeden Tag ein bisschen Fahrrad gefahren. Und in gut einer Woche geht es schon weiter nach Bangkok, dann beginnt der nächste Abschnitt unserer Reise.

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Comments: 1
  • #1

    Alice & Mehdi (Friday, 17 November 2017 19:39)

    Hey!
    We are the two cycler you met before Athens!
    Nice to see your blog!! And to see that you cycled the last km on the highway before arriving in Athens!! We didn't dare, we took a bus!! Haha! Hope you are well and see you maybe in Asia!