Manchmal kommt alles anders...

Nach unserem letzten Bericht aus Hanoi sind wir über den Ho Chi Minh Highway immer südwärts Richtung laotischer Grenze gefahren. Tagelang ging es durch grüne Landschaften mit den lang ersehnten Auf- und Abstiegen und unzähligen kleinen Ortschaften. In Ninh Binh verbrachten wir einen Tag in der UNESCO-Weltkulturerbestätte Trang An und ruderten durch viele lange, unterirdische Höhlen vor traumhafter Bergkulisse. Die Weiterfahrt verlief schleppend, Christina war krank und immer wieder mussten wir Pausentage einlegen. Im letzten Ort vor der Grenze – uns trennten noch 30 km (und etwas über 1000 hm...) von Laos – ging es dann für uns nicht mehr weiter. Christinas anfängliche Erkältung hatte sich zu einer leichten Pneumonie entwickelt. Eine geschlagene Woche verbrachten wir in einem winzigen Grenzort namens Tay Son, der aus exakt zwei Straßen bestand, in einem winzigen Hotelzimmer, bevor wir uns entschlossen, die Räder in den Bus zu packen und nach Hanoi zurückzukehren. Nach ein paar weiteren Ruhetagen flogen wir dann von Hanoi zurück nach Bangkok, Laos muss vorerst warten.

 

Lauras Mutter hatte spontan einen Flug nach Thailand gebucht und so haben wir es uns 10 Tage lang an den Stränden Südthailands gemeinsam gut gehen lassen. Der allgegenwärtige Pauschaltourismus stellte einen starken Kontrast zu unserer bisherigen Zeit in Südostasien dar. Aber es gibt sie, die Fotos von uns, Cocktails aus Kokosnuss und Ananas schlürfend, mit Elefanten badend und auf der Sonnenliege zwischen 100 anderen, entweder schneeweißen oder hummerroten Touristen liegend. Laura hatte endlich Gelegenheit, ihren Open Water Tauchschein zu machen, ein Punkt weit oben auf der „bucket list“. Die Unterwasserwelt der Similan Islands mit ihren vielen bunten Fischen, Korallen und Riesenschildkröten war traumhaft.

 

Gut erholt und nach 10 schönen Tagen mit Lauras Mutter starteten wir zum nächsten Abschnitt unserer Reise – Neuseeland. Ursprünglich hatten wir gar nicht geplant, hierher zu fliegen. Aber die Aussicht auf hohe Berge, einsame Landschaften und ein kühleres Klima war zu verlockend. Bei der Einreise gab es dann einen kurzen Moment der Verwirrung. Der Immigration Officer musterte Laura und teilte uns dann mit ernster Miene mit, dass soeben eine fremde Person unter Lauras Namen und mit ihrem Pass eingereist sei. Das passiert wohl, wenn man seinen Pass am E-Scanner einscannt und dann spontan in die reguläre Schlange wechselt – und der nächste, völlig übermüdete Passagier nicht aufpasst. Den Einreisestempel gab es trotzdem und man versicherte uns, dass es bei der Ausreise keine Probleme geben sollte. Wir sind optimistisch.

 

Nach einer 48-Stunden-Odyssee in Flugzeug und Nachtbus waren wir endlich in Wellington und haben erst einmal 12 Stunden durchgeschlafen. Wir updateten unsere Ausrüstung auf „wärmer“ und „regendichter“ und starteten mit der Fähre auf die Südinsel. Die ersten zwei Tage war Armtraining angesagt: die steilen Schotterpisten machten das Fahren meist unmöglich, wir schoben mehr als dass wir fuhren. Wir campierten in tollen Buchten meilenweit entfernt von jeglichen Orten. Jetzt sind wir in Blenheim im Norden der Südinsel, schrauben an den Rädern und warten auf eine stabile Wetterfront. Morgen soll es losgehen auf die Molesworth Road, eine 200 km lange Schotterpiste durch die Berge und über die größte Farm Neuseelands, auf der insgesamt 5000 hm bewätigt werden müssen. Zwischendurch gibt’s keine Orte, keine Läden, kein Handynetz, aber immerhin 2 verlassene Hütten und jede Menge Bäche zur Trinkwasserversorgung. Entweder wir werden es lieben oder es wird die Hölle, das werden wir sehen!

 

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