Unter Schafen und Kühen

Seit mehr als 4 Wochen sind wir nun in Neuseeland unterwegs und wir lieben es. Mittlerweile sind wir vom Norden der Südinsel durchs Landesinnere bis in den Süden gefahren und von dort weiter an die Westküste. Eines der Highlights waren die insgesamt 3 vollen und 2 halben Tage, die wir auf der „Molesworth Road“ unterwegs waren, ein ziemlich einsamer und landschaftlich grandioser Teil des Landes. Einen Sternenhimmel wie dort haben wir bisher nur in sehr wenigen Gegenden der Erde gesehen. Die ersten drei Tage hatten wir traumhaftes Wetter, so dass wir täglich in Flüssen baden und beim Fahren sommerliche Temperaturen genießen konnten. Wir haben mitten im Nichts unser Zelt aufgeschlagen und bei freundlichen Farmern im Hinterhof übernachtet. Stundenlang begegneten wir während der Fahrt keiner Menschenseele und nur ein paar Kuhherden interessierten sich für uns zwei seltsame Gestalten auf Rädern. Die Landschaft war grandios und wir konnten uns nicht satt sehen an den endlosen Weiten der Hochebenen. Einen kurzen Schockmoment gab es, als mitten im Nichts plötzlich Lauras Getriebe streikte und an Schalten nicht mehr zu denken war. Der Schaltzug war disloziert, aber mit Zange und unserer Allzweckwaffe Gewebeband war zum Glück auch dieses Problem schnell provisorisch behoben. Ein paar hundert Kilometer wird die Konstruktion wohl noch durchhalten, bis wir es reparieren lassen können. Nach über 6000 km hatte auch Christina ihren ersten Platten, natürlich auch mitten im Nichts. 

 

Am vorletzten Tag, nach ca. 2/3 der Tagesetappe, fingen dann die vom Ranger am Vorabend angekündigten „Regenschauer“ an. Innerhalb von 10 Minuten waren wir nass bis auf die Socken, kämpften mit Hagelregen und starkem Gegenwind, während die Temperatur um fast 15 Grad sank. Nach 1 Stunde und zwei ordentlichen Anstiegen, die wir bei schlammigem Untergrund nur noch schieben konnten, fanden wir endlich eine Möglichkeit uns unterzustellen. Und 3 Stunden darauf zu warten, dass der „Regenschauer“ endlich aufhörte... Das tat er ungefähr 2 Tage später. Seitdem wissen wir, was ein „neuseeländischer Regenschauer“ ist und fahren einfach weiter. Völlig durchnässt und trotz Mütze und dicker Handschuhe leicht unterkühlt kamen wir an dem Abend nach 11 Stunden endlich an unserer Campsite an. Wir waren das einzige Zelt am Platz und der Ranger muss wohl Mitleid mit uns gehabt haben, als er uns eine heiße Dusche in seiner Hütte anbot. In dem Moment war das wie Ostern und Weihnachten zusammen! Er stellte sich als sehr interessanter Mensch heraus, der selbst 5 Jahre um die Welt gesegelt ist, und so verbrachten wir einen netten Abend zusammen im Trockenen, während der „Regenschauer“ draußen nicht aufhören wollte. Hier ein paar Impressionen der Molesworth Road...

 

Write a comment

Comments: 1
  • #1

    Joachim (Tuesday, 24 April 2018 21:44)

    Bitte schreibt euren Block weiter!